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Die Augen zeigen die Gesundheit

 
Bericht in der HAZ vom 14.06.2006 von Nicola Zellmer
 
  Die feinen Adern in unserer Netzhaut auch Augenhintergrund genannt, verraten dem Arzt, wie es um unsere Blutgefäße bestellt ist. Ein neues Gerät kann sogar das Schlaganfallrisiko berechnen sowie den Erfolg von Medikamenten gegen Diabetes und Bluthochdruck überwachen.

Augenarzt Dr. Cord Feuerhake scannt im Augen-Diagnostik-Centrum die Netzhaut eines Patienten für die Analyse ein.


 
 

An rechtzeitige Gefahrenwarnungen sind wir gewöhnt. Im Alltag weisen uns Staumelder auf Verkehrsschlangen hin und Rauchmelder auf Feuer. In unserem Körper allerdings ist das etwas komplizierter. Denn viele Krankheiten – insbesondere so häufige Leiden wie Bluthochdruck und Diabetes – können jahrelang bestehen, ohne dass der Betroffene davon etwas merkt. Und dann ist es oft schon zu spät. Nun soll eine neue Diagnosemethode den Ärzten helfen, in die Zukunft zu schauen und ihre Patienten rechtzeitig zu behandeln. Dabei analysiert ein Spezialgerät die Netzhautgefäße. Eines der wenigen deutschen Systeme steht seit rund zwei Monaten im privaten Augen-Diagnostik-Centrum (ADC) in Hannover. Es wird auch von Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) genutzt.
Der Schlüssel zu Krankheiten wie Diabetes, Schlaganfall und Bluthochdruck sind die feinen Blutgefäße, die unsere Organe mit Sauerstoff versorgen. Durch Rauchen, Bewegungsmangel, große Mengen von Blutfetten oder hohen Blutdruck verlieren sie ihre Elastizität und können sich so stark mit Plaques zusetzen, dass das Blut kaum noch zu seinem Bestimmungsort gelangt. Eine solche Atherosklerose bleibt oft lange unbemerkt, bis Blutgerinnsel in den verengten Gefäßen plötzlich einen Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen.
„Große Gefäße wie die Aorta kann man heute reparieren“, erklärt Prof. Hermann Haller, Leiter der Abteilung für Nierenerkrankungen der MHH. „Entscheidend für unsere Gesundheit ist aber auch die so genannte Mikrozirkulation in den kleinen Gefäßen – und die sind oft nur schlecht zu erreichen.“ Bisher haben die Gefäßforscher daher Nierengefäße anhand von Zellen und Eiweißpartikeln im Urin überprüft und kleine Hirngefäße mit teuren Kernspinuntersuchungen sichtbar gemacht. Doch es geht auch einfacher. „Das neue Gerät fotografiert mit einer Spezialkamera die Gefäße im Augenhintergrund, die bei erweiterter Pupille gut sichtbar sind“, erläutert Cord Feuerhake, Augenarzt und Geschäftsführer des Augen-Diagnostik-Centrums. Das ist vor allem deshalb kompliziert, weil eventuelle Augenbewegungen herausgerechnet werden müssen.
Entwickelt wurde das Analysesystem von der Jenaer Firma Imedos, die aus der Arbeitsgruppe Mikrozirkulation der Friedrich-Schiller-Universität Jena hervorgegangen ist. Das rund 120 000 Euro teure System soll zusätzliche Forschungsmöglichkeiten in der Medizin eröffnen, aber auch die Diagnose von Gefäßerkrankungen verfeinern. „Wir sind die Einzigen in Niedersachsen, die dieses neu entwickelte Gerät haben“, sagt Feuerhake. Zudem sei das ADC Kompetenz- und Weiterbildungszentrum für den Bereich Mikrogefäße.
Für die Patienten ist die Messung völlig schmerzlos. Sie bekommen lediglich Tropfen zur Pupillenerweiterung und müssen etwa 40 Minuten vor dem Apparat sitzen. In dieser Zeit analysiert eine ausgetüftelte Software den Durchmesser der Gefäße sowie ihre Fähigkeit zur Erweiterung und Verengung. Letzteres geschieht mit Hilfe eines Flackerlichtes, das die Gefäße zu einer kurzzeitigen Erweiterung anregt. Ob die Gefäße eines Patienten normal reagieren oder nicht, stellt das System im Vergleich mit den in Testreihen mit gesunden Probanden gewonnenen Standarddaten fest.
„So sieht man, ob es bereits Frühzeichen für eine Atherosklerose gibt“, sagt Feuerhake. Dann kann der behandelnde Internist, Nierenarzt oder Diabetologe die Behandlung darauf abstimmen. Die Netzhautgefäßanalyse ist sowohl zur Früherkennung als auch für Patienten mit bekannten Gefäßkrankheiten geeignet. Denn Atherosklerose ist umkehrbar und lässt sich durch richtige Ernährung und ausreichend Bewegung, aber auch Medikamente verbessern. Wie gut das funktioniert, kann der Arzt an den Netzhautgefäßen ablesen.
Mit weiteren Forschungsprojekten und Testreihen wollen Haller und seine Kollegen die wissenschaftlichen Möglichkeiten des Gerätes klären. Und wer weiß – vielleicht führt die Arbeit mit dem System letztendlich zu Medikamenten, die ganz gezielt Atherosklerose bekämpfen und weniger Nebenwirkungen haben als die bisherigen.


Letzte Aktualisierung: 06.01.2014

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